Welchen Beitrag kann Design zu den Aufgaben einer Stadt leisten?
Wie kann eine gemeinschaftliche Stadtentwicklung aussehen?
Welche Erfahrungen haben andere Städte mit Designern gemacht?
Welche Möglichkeiten bietet Social Design für Würzburg?


Weltweit leben mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten ein Sammelbecken verschiedener, zum Teil widerstreitender Bedürfnisse und Erwartungen. Für die Stadtverwaltung stellt das bei der Stadtentwicklung eine enorme Herausforderung dar: Sie muss funktionierende Konzepte zu städtischen Fragen entwickeln und alle Beteiligten mit umfassender Kommunikation überzeugen.

Einige Städte setzen dabei auf die Impulse der Kreativszene, denn die knappe Personallage der Kommunen lässt kaum Spielraum, um neue Konzepte zu entwickeln, auszuprobieren und einzusetzen. Von den Gestaltern und Architekten erhoffen sich die Städte frische Ideen und auch unkonventionelle Lösungen. Dafür richtet man ihnen Denk- und Experimentierräume ein, in denen interdisziplinäre Teams neue Lösungsansätze entwickeln.

Beim Symposium »BürgerGesellschaftGestaltung«, das am 16. Mai 2014 an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt stattfand, wurden diese Denklabors vorgestellt und das Thema Social Design beleuchtet. Die Referentinnen und Referenten stellten Projekte vor, die sie mit gemeinsam mit Kommunen realisieren konnten und gaben einen Einblick in ihre Arbeit.


Impressionen vom Symposium
Tagtext
Anne Havliza ist Soziolgin und leitet das »BRENNEREI next generation lab«, eine Einrichtung der Wirtschaftsförderung Bremen. Das Lab ist international vernetzt, arbeitet für Partner aus der Region und vergibt Stipendien an europäische Nachwuchskreative. Im Mittelpunkt der Projekte steht die Frage, wie die Wirtschaft, Design und kreative Disziplinen sich weiterentwickeln müssen, um immer komplexer werdenden Anforderungen in der Gesellschaft gerecht zu werden. Es geht dabei auch um urbane Themen wie neue Nutzungskonzepte für Gebäude- und Laden­leerstand, Revitalisierung von Brachflächen, Radfahren als städtischer Lebensstil oder zeitgemäße Spendenkultur.
      Im Lab werden nutzerorientierte Fragestellungen und Instrumentarien entwickelt: Wie gelingt es, durch neuartige Designansätze, soziale Innovationen zu fördern, neue Businessmodelle und dynamische Netzwerke erfolgreich
zu initiieren?
      Das Lab knüpft an die langjährige Arbeit des Designlabor Bremerhaven an, das Anne Havliza vorher geleitet hatte.
Anne Havliza arbeitet darüber hinaus für Wirtschaft und Kommunen als Beraterin für komplexe Designaufgaben, u. a. auch zur Etablierung einer neuen Schulbaukultur.


>>> brennerei-lab.de




Nicolas Beucker ist Professor für »public & social design«
im Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein.
Er entwickelte eine forschende Perspektive, um die Zusammen­hänge zu ergründen, die einer Stadt Identität geben. Seine Studien, u. a. über die »Signifikanz von Stadtmobiliar für das Bild der Stadt« oder über »Identitäts­stiftung durch empathie­basierte Gestaltungs­methoden« liegen zwischen praxisorientierter Forschung und forschungsbasierter Praxis. Nicolas Beucker geht es darum, Stadt als Lebensraum für Menschen zu verstehen. Als eine identitäts­stiftende Umwelt, die gut lesbar, emotional ansprechend und zum Gebrauch einladend gestaltet werden muss.
      Im Rahmen seiner Professur baute er das »Kompetenz­zentrum Social Design« auf, das sich seit 2009 auf gesellschaftsbezogene Entwurfsmethoden für öffentliche Stadträume und Beteiligungsprozesse spezialisiert hat. Mit Kommunen am Niederrhein erarbeitete das Kompetenz­zentrum in den letzten Jahren verschiedene Ansätze für bürgernahe Stadtentwicklungen.

>>> socialdesign.hs-niederrhein.de




Julian Petrin ist Experte für Co-Kreation von Stadt, Gründer des partizipativen Think Tanks Nexthamburg e.V. und Geschäfts­führer des international tätigen Stadt­entwicklungs­büros urbanista. Petrin studierte Städtebau / Stadtplanung an der TU Hamburg-Harburg (heute HafenCity Universität Hamburg) und war neben seiner praktischen Tätigkeit bis 2012 in Forschung und Lehre an der HafenCity Universität Hamburg tätig. Seit Herbst 2013 ist Petrin Gastprofessor für Stadt­management an der Universität Kassel. Julian Petrin ist seit 2011 Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landes­planung. 2012 wurde Petrin in den Konvent der Bundes­stiftung Baukultur berufen. Er ist seit 2013 Mitglied im Expertenrat der Nationalen Plattform Zukunftsstadt des BMBF.

>>> nexthamburg.de




Clemens Bellut studierte Philosophie, Philologie und Ethnologie in Bonn und Tübingen. Er war als Berater beim Vorstands­vorsitzenden der Frankfurter Flughafen­gesellschaft (heute Fraport) tätig und hatte Lehr­aufträge an verschiedenen Universitäten und Hoch­schulen. Von 2006 bis 2012 leitete er zusammen mit Ruedi Baur und Stefanie-Vera Kockot das Forschungs­institut »Design2context« an der Zürcher Hoch­schule der Künste.
      Seine Forschungs­schwerpunkte kreisen um die Konzepte von Identität und Repräsentation im Spannungsfeld von politischer Philosophie und Design­theorie sowie um die Frage nach dem »civisme«, der neuen adäquaten »Bürger­lichkeit«. Seine jüngste Publikation ist »unbestimmt« ein gestalterischer und philosophischer Reflexionsbegriff.




Dr. Oliver Frey ist Universitätsassistent am Fachbereich Soziologie der Technischen Universität Wien und Leiter des Arbeitsbereichs Urbanistik. Er studierte Stadt- und Regionalplanung sowie Soziologie an der TU Berlin, Paris 8 und der Columbia University New York und promovierte als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung im Graduierten­kolleg »Die Zukunft der europäischen Stadt« mit der Arbeit »Die amalgame Stadt. Orte. Netzwerke. Milieus«.
      Seine Forschungs­schwer­punkte sind: Kreativität und Stadt­entwicklung, Urbanistik, Innovative Methoden und Instrumente der Stadt­erneuerung, Planungs- und Raum­theorien, Partizipation, Kommunikation und Beteiligungs­verfahren sowie Urban Governance.

>>> info.tuwien.ac.at/urbanistik/



Freitag, 16. Mai 2014
Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Sanderheinrichsleitenweg 20


12:30 Uhr Einlass / Registrierung + Imbiss
13:30 14:00 Uhr Begrüßung
14:00 15:00 Uhr Clemens Bellut, Design2context, Zürcher Hochschule der Künste
15:00 16:00 Uhr Nicolas Beucker, Kompetenzzentrum Social Design, Krefeld
16:00 17:00 Uhr Julian Petrin, Initiative »nexthamburg«, Hamburg
17:00 17:30 Uhr Pause + Imbiss
17:30 18:30 Uhr Oliver Frey, TU Wien, Soziologie, Fachbereich Urbanistik
18:30 19:30 Uhr Anne Havliza, BRENNEREI next generation lab, Bremen
Tagtext


Der Workshop am 17. Mai 2014 ist ein kleines Design­labor für Würzburg, in dem Perspektiven für die Augustiner- und Sanderstraße entwickelt werden. 20 eingeladene Teil­nehmer erarbeiten in vier Teams Konzepte und präsentieren ihre Ergebnisse um 16:30 Uhr im WISO-Gebäude der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Münzstraße 12. Die Teams werden durch Marius Hanf, Prof. Nicolas Beucker, das Duo Denise Henning & Christoph Palissa, sowie Prof. Erich Schöls geleitet. Teil­nehmer des Symposiums sind herzlich zur Präsentation eingeladen.


Impressionen vom Workshop




Studentin/Student

Für die verbindliche Anmeldung zum Symposium am 16. Mai 2014, bitte Namen und E-Mail-Adresse eintragen:

Teilnahmebeitrag
16 Euro / 10 Euro für Studierende
impressum